Über die Magellanstraße nach Feuerland

Die chilenische Grenze

Über Rio Gallegos geht es dann für uns zum ersten mal nach Chile. Um in den äußersten Süden von Argentinien und auch nach Feuerland zu gelangen müssen wir hier für ein kurzes Stück durch Chile fahren. Wir sind gespannt auf den Grenzübertritt. Wir haben viel gehört über die strengen Lebensmittelkontrollen beim Grenzübertritt nach Chile. Obst, Gemüse, Fleisch und unverarbeitete Milchprodukte dürfen nicht über die Grenze. Warum genau konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Ob es aus hygienischen Gründen ist oder letztlich doch nur politische Gründe hat. Wir geben auf jeden Fall brav unsere Zwiebel ab, welche wir aufgehoben haben um sie zu „opfern“ und löchern die Kontrolleure dann noch mit haufenweise Fragen was wir denn eigentlich mitnehmen dürfen und was nicht. Relativ bald schicken sie uns weiter, weil hinter uns schon einige Leute warten die auch noch durch wollen. Alles in allem ist die Sache mit den Kontrollen nicht so dramatisch, man muss einfach nur im Voraus etwas genauer überlegen was man einkauft und bis wann man es verbraucht hat.

Pali Aike

In Chile wollen wir zunächst relativ zügig weiter nach Feuerland. Wir erfahren aber, dass auf Grund des starken Windes die Fähre über die Magelanstraße nach Feuerland für zwei Tage ausgesetzt wird. Und wenn sie wieder fährt wollen auch erst mal alle rüber die während der zwei Tage im Fährhafen gewartet haben. Also entschließen wir uns noch einen Abstecher in den Pali Aike Nationalpark zu machen und verbringen dort noch zwei Tage. Schon auf dem Weg in den Park entdeckt Delphine in der Nähe der Straße zwei Füchse. Wir halten an, machen ein paar Fotos, schleichen uns näher heran, machen wieder Fotos. Die Tiere beobachten uns, sind aber nicht all zu scheu. In gebückter Haltung schleichen wir uns näher an. Am Ende liegen wir komplett am Boden und machen Bilder.

Im Park machen wir zwei schöne Wanderungen. Wieder gibt es viele Tiere zu sehen. Nandus, Füchse, verschiedene Raubvögel, Flamingos und natürlich auch wieder Guanacos. Die Landschaft ist durch einige sehr alte Vulkankegel geprägt von denen wir zwei besteigen. In den Schluchten der Vulkane und an den Kraterrändern pfeift ein beeindruckender Wind. Durchaus verständlich, dass die Fähren bei diesem Wind nicht mehr fahren.

Auf nach Feuerland

Am nächsten Tag kommen wir gegen Mittag an die Fähre und können direkt drauf fahren. Jetzt geht es also nach Feuerland. Auf der anderen Seite der Magellanstraße fahren wir noch ein paar Stunden und sind dann schon wieder an der Grenze zu Argentinien. Wir fahren abends noch über die Grenze und finden einen Schlafplatz hinter dem Haus eines Fischers, bei dem wir zuvor noch zwei sehr schöne Stücke Ruballo gekauft haben. Der Fisch ist absolut frisch und schmeckt sehr gut.

Über Rio Grande geht es dann weiter in Richtung Ushuaia. Die Stadt ist vor allem als die südlichste Stadt der Welt bekannt. Der chilenische Ort Puerto Williams liegt zwar noch weiter im Süden, ist jedoch bisher noch keine Stadt. Man muss allerdings bei dem ganze Hype um den südlichsten Ort der Welt auch sehen, dass Ushuaia etwa so weit im Süden liegt wie Kiel im Norden. Das Klima hier ist nicht auf Grund der südlichen Lage sondern vor allem auf Grund der Lage zwischen Pazifik und Atlantik sehr rau und wechselhaft. Kurz vor Ushuaia machen wir noch eine kleine Wanderung zur Laguna Esmeralda. Diese liegt nicht weit von der Hauptstraße und ist ein einfaches und dementsprechend beliebtes Wanderziel. Obwohl es nach einigen Regenfällen teils recht abenteuerlich durch lange Matschpassagen geht ist die Tour am Sonntagnachmittag von einigen hundert Touristen begangen. Erst als wir die Laguna, einen sehr schön gelegenen Bergsee, umrunden und dabei auch durch einen ziemlich kalten Bergbach waten müssen können wir ein bisschen Ruhe in den Bergen genießen.

Ushuaia und Umgebung

Wir haben leider eine Zeit mit relativ schlechtem Wetter erwischt. Das will hier auch was heißen, denn für eher schlechtes und unbeständiges Wetter ist diese Region ohnehin bekannt. Eigentlich wollten wir im Nationalpark Tierra del Fuego den Cerro Guanaco besteigen, doch bei Regenwetter ist dieser wohl sehr matschig und vor allem gibt es ohnehin keine Aussicht weil alles in Wolken ist.

Wir bleiben ein paar Tage in Ushuaia und sehen uns die Stadt und die Umgebung an und unternehmen ein paar kleinere Wandertouren. Dann machen wir noch eine Ausflug nach Puerto Almanza, welches ziemlich abgelegen im Osten von Ushuaia liegt. Hier liegt auch die Estancia Haberton,welche von den ersten westlichen Siedlern von Feuerland vor ca. 150 Jahren gegründet wurde. Die Estancia stellt für uns den südlichsten Punkt unserer Reise dar. Von jetzt an geht es eher in Richtung Norden.

Die Umgebung von Ushuaia ist sehr rau und wild. Teils erinnert sie an die Alpen, doch die Berge reichen hier direkt ans Meer und die Gletscher fangen schon einige hundert Meter über dem Meer an. Die Bäume sind deutlich vom Wind geformt und wachsen teilweise eher waagrecht als in die Höhe. Eine sehr schöne und beeindruckende Landschaft, die uns in dieser Art auch noch länger auf Feuerland begleiten wird.

Unser Aufenthalt in Ushuaia verlängert sich noch ein wenig. Die Mieter von Delphines Wohnung in München haben ein Problem mit dem Abwasser und sie muss einiges von hier aus managen. So sind  wir noch einen Tag länger hier und wollen dann auch zunächst nur nach Tolhuin, welches zwischen Rio Grande und Ushuaia liegt, um am Montag wieder über Telefon bzw. Internet erreichbar zu sein. Nach Rio Grande wollen wir in Richtung Westen nach Punta Arenas in Chile und rechnen damit für einige Tage keine Anbindung ans Internet zu haben.

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